Herstellung von Gehörschutz

Die Herstellung von Formpassstücken, wie sie zum Beispiel für Hörhilfen oder zum Schutz des Gehörs benötigt werden bezeichnet man als Otoplastik. Der Hörgeräteakustiker stellt diese Produkte selbst her. Der Begriff Otoplastik steht sowohl für den Herstellungsvorgang als auch für das Produkt selbst.

Die Herstellung von Gehörschutz erfolgt aufgrund einer individuellen Abformung des menschlichen Ohres. Das ist notwendig, da Gehörgänge und Ohrformen von Mensch zu Mensch unterschiedlich sind. Nach der Reinigung des Ohres durch den HNO-Arzt und einer otoskopischen Untersuchung wird ein an einer feinen Schnur befestigtes Watteschirmchen oder Schaumstoffbällchen in den knöchernen Teil des äußeren Gehörganges eingeführt. Diese Maßnahme ist zum Schutz des Trommelfells notwendig und soll verhindern, dass das Trommelfell durch tiefer in den Gehörgang fließende Abformmasse berührt oder verletzt werden kann. Anschließend werden der Gehörgang und eventuell andere benötigte Bereiche des Ohres mit einem speziellen Silikonmaterial abgeformt. Dieses Material erzeugt einen Positivabdruck des Ohres, der dem Hörgeräteakustiker als genaue Vorlage dient, um das benötigte Schutz- oder Hörsystem herstellen zu können. Wird der Abdruck fachgerecht ausgeführt, ist er unproblematisch und vor allem schmerzlos.

Die überall erhältlichen, nicht maßgefertigten Ohrenstöpsel, auch als Ohropax bekannt, unterscheiden sich im Tragekomfort und natürlich auch in der Schutzwirkung maßgeblich von individuell gefertigten Otoplastiken. Wird der Schutz aus beruflichen Gründen benötigt, empfiehlt es sich, maßangefertigten Otoplastiken den Vorzug zu geben. Vor allem für Musiker, Musikliebhaber oder Menschen, die Wert auf einw gute Sprachwahrnehmung inmitten von Lärm legen, wird sich diese Investition auszahlen. Durch einsetzbare Wechselfilterkapseln kann die Lärmreduzierung individuell angepasst werden. Diese Filter ermöglichen eine lebendige und unverfälschte Wahrnehmung von Musik und Sprache. Aber nicht nur Lärm, auch das Eindringen von Schmutz und Wasser kann ein Gehörschutz verhindern. Bei den verwendeten Materialien handelt es sich meistens um Acryl oder Silikon. Für Allergiker werden anstelle von Kunststoffen auch Glas oder allergenfreie Kunststoffe verwendet.

Otoplastiken werden aber nicht nur als Gehörschutz, sondern auch gerne als Schmuckstück getragen – mit oder ohne Schutzunktion. Es gibt sie in vielen bunten Farben, in besonders außergewöhnlichen Formen oder sie sind mit Figuren oder Strasssteinen verziert.

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